Was ist Verhaltenstherapie?

Eine einfache Frage und doch ist sie so schwierig zu beantworten. Es gibt eine Menge Vorurteile über die Verhaltenstherapie. Ein negatives Vorurteil bezieht sich auf eine Besonderheit dieser Therapierichtung: Sie ist vor allem an den Universitäten als wissenschaftliche Methode entwickelt worden. Psychotherapie sollte wissenschaftlich überprüfbar sein. Die Forscher hat einfach interessiert, wie es kommt, dass Menschen ein krankmachendes Verhalten (aus Angst zu Hause bleiben) erlernen und wie sie es wieder verlernen können (geht wieder einkaufen). Um Lernen zu beobachten, wurden die ersten Experimente mit Tieren, u.a. auch Ratten, gemacht. Daher bekam sie den uncharmanten Spitznamen “Rattenpsychotherapie”.

Aber was ist Verhaltenstherapie nun wirklich?

Die Verhaltentherapie versteht eine psychische Erkrankung als etwas, das unter bestimmten Umständen gelernt wird. Dann reagiert plötzlich jemand mit Angst, wenn er schon an Hunde denkt oder geht nicht mehr unter Menschen oder zieht sich zurück oder steht nicht mehr auf oder trinkt zu viel Alkohol oder …. oder … oder … Manchmal leidet derjenige schon viele Jahre darunter, findet aber keinen Ausweg.
Mit den Methoden der Verhaltenstherapie analysieren wir gemeinsam die Entstehungsbedingungen für die psychische Erkrankung und überlegen, warum die Probleme sich bisher nicht aufgelöst haben. Und wir überlegen gemeinsam Strategien, wie der Patient oder die Patientin es erreichen kann, wieder mit mehr Freude und Zuversicht durchs Leben zu gehen. Und das können Sie erlernen, indem Sie in der Therapie neue Erfahrungen machen, die Sie ins Privatleben übertragen. Dabei unterstütze ich Sie als Verhaltenstherapeut.

Was verstehen wir unter Verhalten?

Unter Verhalten werden die unterschiedlichsten menschlichen Reaktionen beschrieben: Erstmal das sichtbare Verhalten (wie ich handele), aber auch mit welchen Gefühlen und körperlichen Empfindungen ich auf bestimmte Situationen reagiere. Innere Bilder entstehen oder ein „Film“ läuft vor meinem inneren Auge blitzschnell ab, so dass ich – ohne es zu merken – gar nicht mehr im Kontakt mit der Realität bin. All diese Reaktionsmöglichkeiten sind miteinander verwoben.

Wie finde ich „meinen“ Verhaltenstherapeuten?

Kein Verhaltenstherapeut ist wie der andere. Jeder hat eine staatlich anerkannte Ausbildung gemacht und kennt die gängigen verhaltenstherapeutischen Methoden. Jeder hat aber auch seine Vorlieben und integriert andere Methoden und spezialisiert sich vielleicht (Körpertherapie, Schematherapie, Psychoonkologie, Suchttherapie, Kunsttherapie etc.), dennoch betrachtet ein Verhaltenstherapeut diese Methoden aus dem speziellen Blickwinkel der VT. Fragen Sie einfach Ihren Verhaltenstherapeuten, was seine bevorzugten Methoden und wahrscheinlich somit auch seine Stärken sind. Und wenn Sie ihn dann auch noch sympathisch finden, er auf Ihrer Wellenlänge ist, er Sie versteht, .... dann haben Sie ihren Verhaltenstherapeuten gefunden.

Literatur

Das beste Buch dazu ist meiner Meinung nach im Herder-Verlag erschienen und heißt: „Heilen durch Erfahrung“ von Gerhard Zarbock, ist jedoch nur noch antiquarisch zu haben. Doch es gibt inzwischen auch einige störungsspezifische Patientenratgeber, in denen der verhaltenstherapeutische Ansatz neben anderen therapeutischen Ansätzen gut erklärt wird. Ihr Buchhändler, das Internet oder Ihre Therapeutin werden Sie gerne beraten. Ein gutes Buch zu lesen, ist manchmal schon ein Gutteil der Therapie.